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Tanz-Signale 2011
benannt nach dem Walzer op. 218 von Johann Strauss (Vater)
schon zum achten Mal in Folge!
Mittwoch 16. bis Sonntag 20. März 2011
Thema:
"Frau Johann Strauss"
Die Familie Strauss, die Frauen und ihr Wirken
In kaum einer anderen Musikerfamilie spielten Frauen eine so wesentliche Rolle
wie in der Familie Strauss. Bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
hatte Johann Strauss (Vater) gemeinsam mit seinen Verlegern und Arrangeuren
einen kommerziellen Musikbetrieb entwickelt, in den auch die weiblichen Mitglieder
der Familie Strauss integriert waren. In ihrer Wohnung im „Hirschenhaus“
war der Sitz der „Firma Strauss“. Hier wurde geplant, geprobt, arrangiert,
komponiert und organisiert. Daneben wuchsen die Söhne Johann, Josef und
Eduard auf und konnten die Entwicklung eines Unternehmen beobachten, das sie
schließlich erbten.
Nachdem Vater Strauss durch seine Beziehung mit Emilie Trampusch die Familie
bald nach Eduards Geburt verlassen hatte, kämpfte Mutter Anna ums Überleben.
Nach Joseph Lanners Tod im Jahr 1843 konnte sie ihren ältesten Sohn Johann
motivieren, sich um Lanners Nachfolge im Wiener Musikleben zu bemühen.
Dem Widerstand des Vaters begegnete sie, indem sie die Scheidung einreichte.
In der Folge entwickelte sie sich zur Managerin ihres Sohnes Johann und des
gesamten Familienunternehmens. Die Zügel hielt sie bis zu ihrem Tod 1870
straff in der Hand.
Johann Strauss (Sohn) war also seit Beginn seiner Karriere an eine begleitende
„managing woman“ gewöhnt. So verwundert es nicht, dass er sich
eine solche auch als Ehefrau suchte. Seine erste Frau Jetty übernahm diese
Rolle perfekt. Sie begleitete ihn auf Reisen, führte die Korrespondenz,
verhandelte mit Konzertveranstaltern, Librettisten und Theaterdirektoren. Nach
ihrem Tod 1878 konnte Johanns zweite Frau Angelika (Lili) diesem Anspruch nicht
genügen, stattdessen suchte sie die Förderung ihrer eigenen Karriere.
Nach der Scheidung von Lili fand Johann in Adele nochmals jene Stütze,
die er brauchte. Adele wurde wieder seine Managerin und sie blieb es über
seinen Tod hinaus.
Waren die Strauss-Frauen auch Musen ihrer komponierenden Männer? Ist Johanns
Adelen-Walzer nur im Titel dokumentierte Widmung oder findet sich in
der Musik selbst ein Bezug zur Widmungsträgerin? Widerspiegeln die auf
Frauen bezogenen Werktitel Josefs eine Mode oder drückt die Musik bestimmte
Charaktere aus, wie etwa Die Schwätzerin oder Die Kokette?
Vergleichbar den vielen genannten und ungenannten Helfern bei der Komposition
von Strauss-Musik leisteten auch die Frauen der Familie einen hohen Beitrag
zum Erfolg der „Firma Strauss“. Doch die Anerkennung blieb bisher
aus.
Norbert Rubey
Veranstalter der 8. „Tanz-Signale“ sind wieder das Wiener
Institut für Strauss-Forschung (WISF), das Institut für Musikwissenschaft
der Universität Wien, das Theater in der Josefstadt und weitere Kooperationspartner
Wir danken Herrn Shunzo Karasawa, Japan für
die Unterstützung unserer Projekte!
-> zum Programm hier!
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