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    Ausschreibung | Stadt Wien Fellowship-Programm
    „Strauss und die Unterhaltungsmusik des 19. Jahrhunderts“

    Fellowship
    je 20.000 EUR
    Laufzeit
    6-12 Monate
    Einreichfrist
    31. Juli 2026
    Projektbeginn
    01.10.-31.12.2026

    Wien verfügt über ein einzigartiges kulturelles Erbe im Bereich der musikalischen Unterhaltungskultur, insbesondere im Umfeld der Familie Strauss sowie der Wiener Operetten-, Tanz- und Unterhaltungsmusiktradition. Um neue Impulse und innovative Zugänge in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit diesem reichhaltigen Erbe zu fördern, arbeitet die Stadt Wien gemeinsam mit der Universität Wien, der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw), der Musik und Kunst Privatuniversität Wien (MUK), der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), dem Wiener Institut für Strauss-Forschung (WISF) sowie der Wienbibliothek im Rathaus am Aufbau einer kooperativen, inter-institutionellen Forschungsplattform zu Strauss und zur populären Musikkultur im Wien des 19. Jahrhunderts.

    Diese einzigartige Zusammenarbeit bündelt die vorhandene Expertise und Exzellenz der vier beteiligten Universitäten/Forschungsinstitutionen sowie die Ressourcen und fachliche Kompetenz des Wiener Instituts für Strauss-Forschung und der Wienbibliothek im Rathaus und schafft so neue Räume für Nachwuchswissenschaftler*innen und internationale Sichtbarkeit für das musikalische Erbe Wiens.

    Ziel der Ausschreibung

    Die Fellowships sollen vier Forscher*innen in der Praedoc-Phase die Möglichkeit eröffnen, zeitgenössische Forschungsansätze zur Unterhaltungskultur des 19. Jahrhunderts sowie zu jenen Musiker*innenfamilien und -dynastien zu entwickeln, die deren Entstehung und Verbreitung maßgeblich geprägt haben. Im Rahmen ihrer Forschungen können sie dann die Basis eines zukünftigen Dissertationsprojektes legen.

     

    Gegenstand und thematische Ausrichtung

    Die Ausschreibung integriert die Schwerpunktsetzungen der beteiligten Forschungsinstitutionen. Bewerber*innen können die gewünschte Ansiedlung an einer der vier akademischen Institutionen (Universität Wien, mdw, MUK, ÖAW) angeben – die finale Zuordnung erfolgt im abgestimmten Verfahren. Gesucht werden eigenständige, klar abgegrenzte Forschungsvorhaben im Bereich der Strauss-Forschung, Wiener Operetten-, Tanz- und Unterhaltungsmusiktradition sowie in deren kultur-, sozial-, medien-, editions-, aufführungs- oder wissensgeschichtlichen Kontexten. Im Falle einer Ansiedlung an der MUK sind sowohl wissenschaftliche als auch künstlerisch-wissenschaftliche Projekte möglich.

    Eine Auswahl möglicher Themenfelder, an denen sich die eingereichten Vorhaben orientieren können, ist im Folgenden skizziert:

    1. Die Familie Strauss und andere Musiker*innenfamilien als professionelle, soziale, ökonomische und mediale Netzwerke (z.B. Familienkonstellationen, Konzertwesen, Verlagswesen, internationale Tourneen, Celebrity-Kultur, Musikökonomie)
    2. Institutionen, Räume und Praktiken der Tanzmusik und Tanzkultur in Wien im langen 19. Jahrhundert
      (z.B. Ballkultur, Tanzetablissements, Praterkultur, Saisonbetrieb, urbane Klangräume, Unterhaltungskultur der Wiener Vorstadt und des Alt-Wiener Volkstheaters)
    3. Akteurinnen, Institutionen, Ästhetik und Komposition (z.B. Imagebildung einzelner Musiker:innen, musikalische Arbeitsprozesse, Kanon- und Repertoirebildung, Professionalisierung, Autorschaft)
    4. Repertoires, musikalische Überlieferung und Aufführung von Unterhaltungs-, Tanzmusik und Operette
      (z.B. musikalische Textüberlieferung, Transkriptions-, Adaptions- und Aufführungspraxis, Übersetzung, Wiener Lied, Dudler, Volkstheater- und Tanzrepertoires)
    5. Musikalische Dramaturgie und Medialität der Operette (z.B. Gattungspoetik, Körperlichkeit, Sprache, soziale Rollenbilder – Gender, Klasse, Nationalität, race – , musikalische und dramaturgische Traditionen des Alt-Wiener Volkstheaters)
    6. Populäre Musik und Musiktheater im urbanen und transnationalen Kontext (z.B. Mobilität von Akteur*innen und Repertoires, Transfer, Tourneekultur, transnationale Unterhaltungskultur, Globalisierung von Walzer, Polka und Galopp, kulturelle Diversität und Alteritätsdiskurse im Kontext des Vielvölkerstaats)

    Förderumfang und institutionelle Einbindung

    Gefördert werden vier Fellowships mit jeweils 20.000 EUR und einer Projektlaufzeit von sechs bis zwölf Monaten. Für die Dauer der Fellowship wird ein Arbeitsverhältnis mit der jeweiligen Forschungseinrichtung begründet. Der Gesamtbetrag von 20.000 EUR umfasst die Abgeltung gemäß Arbeitsvertrag oder freiem Dienstvertrag einschließlich aller anfallenden Lohnnebenkosten. Die administrative Abwicklung erfolgt über die jeweilige Institution. Jede Universität stellt eine*n fachliche*n Mentor*in zur Verfügung, der*die dem*der Nachwuchsforscher*in während der Projektlaufzeit fachlich zur Seite steht. Ebenso beraten das WISF sowie die Wienbibliothek bei Fragen zu Quellen, Beständen und Materialien. Auftakt- und Abschlussformate sollen sicherstellen, dass die Fellows ihre Forschungsfragen, methodischen Zugänge und Ergebnisse miteinander diskutieren und ihre Vorhaben als Teil eines gemeinsamen Forschungszusammenhangs erarbeiten können.

    Bewerbungsvoraussetzung

    MA-Abschluss mit einem musikwissenschaftlichen, kultur-, theater-, medien-, tanz-, geschichtswissenschaftlichen oder vergleichbarem Schwerpunkt. Für das Fellowship an der MUK auch ein MA-Abschluss mit musikalischem Schwerpunkt möglich.

    Bewerbung und Auswahl

    Für die Auswahl der Fellows bitten wir Sie Folgendes einzureichen:

    PDF-Datei der Abschlussarbeit (MA)

    Motivationsschreiben. Dieses sollte auch eine Skizze des Forschungsvorhabens enthalten, ggf. mit Angabe der bevorzugten Forschungsinstitution (max. 2 Seiten),

    Lebenslauf

    Die Bewerbungen werden zentral über carolin.ratzinger@univie.ac.at eingereicht. Ausschreibung und Auswahl erfolgen in einem abgestimmten Verfahren zwischen den beteiligten Universitäten.

    Projektabschluss

    Am Ende der Projektlaufzeit ist ein Exposé (15-20 Seiten) eines Projektes zu präsentieren und schriftlich vorzulegen, das Forschungsstand, zentrale Erkenntnisse, Quellenbasis, mögliche Disseminationsformen und Anschlussfähigkeit für die weitere Plattformarbeit darstellt. Erwartet wird außerdem die Teilnahme an den gemeinsamen Austauschformaten der Plattform.

    Zeitplan

    Einreichfrist 31. Juli 2026
    Auswahlentscheidung 31. August 2026
    Projektbeginn zwischen 01. Oktober und 31. Dezember 2026
    Projektlaufzeit 6 bis 12 Monate