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  • Johann Strauss Vater

    Als drittes Kind des Bierwirten der Gastwirtschaft „Zum heiligen Florian“ (heute Wien 2, Floßgasse 7) Franz Borgias Strauss und der Kutscherstochter Barbara geborene Dollmann kam am 14. März 1804 Johann (Baptist) Strauss zur Welt, der als Johann Strauss (Vater) bekannt werden sollte. In den Bierwirtshäusern am Donauufer hörte er vor allem die fahrenden Musikanten („Linzer Geiger“), die stromabwärts kommend aufspielten.

    Mit sieben Jahren verlor er seine Mutter. Der Vater heiratete wieder. Schon fünf Jahre später wurde er bei einem der vielen Donauarme ertrunken aufgefunden. Über Geheiß seines Vormunds, des Schneidermeisters Anton Müller, schloss Johann 1822 eine Buchbinderlehre ab, übte aber diesen Beruf niemals aus. Über seine musikalischen Anfänge und seine Ausbildung ist nicht viel bekannt. Ab 1823 wirkte der damals 19-jährige in der Kapelle des um drei Jahre älteren Joseph Lanner mit. Spätestens 1827 gründete Strauss nachweislich eine eigene Kapelle und trennte sich von Lanner. Gemeinsam hatten die beiden aber im Wesentlichen das „erfunden“, was man heute den Wiener Walzer nennt!

    Johann Strauss spielte in der Folge mit einem etwa 12 Mann starken Orchester in mehreren Gaststätten erfolgreich zum Tanz auf. Schon 1829 schloss er mit dem Wirten des damals berühmten Vergnügungsetablissements „Zum Sperl“ in der Leopoldstadt (heute Wien 2) – für Tanzmusikkomponisten damals völlig neu – einen Dreijahresvertrag ab. Eintrittsgelder wurden eingehoben. Mit einem Stab von Mitarbeitern veranstaltete er großangelegte Feste.

    Mit seinem Verleger Tobias Haslinger entwickelte er für seine Zeit neuartige Wege der Werbung und Vermarktung: Im Mittelpunkt stand der Komponist, dessen lithographiertes Portrait die Titelseiten der Klavierausgaben vieler seiner Werke zierte.

    Um das Jahr 1834 übersiedelte Johann Strauss in eine große Wohnung im sogenannte „Hirschenhaus“ in der Taborstraße 17b (heute Wien 2), in der er nicht nur zunächst noch mit seiner Familie wohnte, sondern in der auch komponiert, kopiert und Orchesterproben abgehalten wurden. Das erste Unterhaltungsmusikunternehmen der Welt sollte entstehen.

    Am 11. Juli 1825 hatte er die Wirtstochter Anna, geborene Streim, geheiratet. Bereits am 25. Oktober 1825 war als erstes Kind Johann (Baptist) Strauss – später Johann Strauss (Sohn) genannt – geboren worden. Es sollten noch vier weitere, das Kindesalter überlebende Kinder folgen. Mit seiner außerehelichen Lebensgefährtin, der Modistin Emilie Trampusch hatte er ab 1835 mindestens sieben Kinder.

    Ab 1833 hatte Strauss begonnen mit einem eigenen, etwa 30-Mann starken Reiseorchester ausgedehnte Tourneen ins europäische Ausland zu unternehmen, hervorzuheben sind Tourneen nach Frankreich und England!

    Er spielte auch wiederholt und mit großem Erfolg am Kaiserhof. 1846 wurde eigens für ihn der Titel „Hofballmusikdirektor“ geschaffen.

    Im Jahr 1848 schuf Johann Strauss (Vater) für ein Fest am Wasserglacis am 31. August 1848 sein bis heute bekanntestes Werk, den „Radetzky-Marsch“(op. 228).

    Im September 1849 steckte er sich von einem seiner Kinder mit Emilie Trampusch mit Scharlach an und starb in der Nacht vom 24. auf den 25. September erst 45 Jahre jung.

    Strauss Vaters sterbliche Überreste ruhen in einem Ehrengrab der Stadt Wien im Musikerhain im Zentralfriedhof (Gruppe 32 A Nummer 29). Heutzutage steht Vater Strauss im Schatten seines Sohnes. Damals war der Bierwirtssohn und anfängliche Wirtshausgeiger zum unumschränkten „Walzerkönig“ – denn auch ihn nannte man ja schon so – aufgestiegen. Er schuf über 250 Werke, vornehmlich Tanzmusik!