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    Wegen der Corona-Epidemie müssen wir zur Sicherheit aller Beteiligten leider alle öffentlichen Veranstaltungen der “Tanz-Signale 2020” absagen und verschieben.

    Erfreulicherweise haben wir durch die Kooperation mit der Donau-Universität Krems die Möglichkeit die vorgesehenen Referate in einem Sammelband zu veröffentlichen! Wir werden die Veröffentlichung auch zur gegebenen Zeit präsentieren.

     

    Tanz-Signale 2020

    Donnerstag 12. bis Sonntag 15. März 2020

     

    JOSEF STRAUSS (1827-1870)

    Streiflichter und weniger Bekanntes aus Anlass seines 150. Todestages

     

    Josef Strauss’ Komposition von Tanz- und Salonmusik, deren Instrumentierung, Interpretation und Aufführungspraxis sind zukunftsweisend für die gesamte Branche der unterhaltenden Musik in Wien und Österreich. Die Forschungsergebnisse der letzten Jahre bestätigen dies eindrucksvoll.

     

    Zahlreiche bis jetzt unbekannte Fakten zur Biografie und zum Œuvre – sein Wirken aus der Sicht der Nachfahren, die Beziehung zu Bruder Eduard, sein frühes Ableben – lassen Josef Strauss als Mensch und Komponist in neuem Licht erscheinen.

     

    Viele seiner Werke weisen ihn als aufmerksamen Beobachter, manchmal sogar als kritischen Zeitzeugen aus: Die Musik selbst, die Werktitel und die Titelillustrationen der Klavierausgaben dokumentieren nicht selten politische, kulturelle, gesellschaftliche, wirtschaftliche und andere heute vergessene Ereignisse in Wien und Österreich während der 1850er- und 1860er-Jahre – musikalisch überliefert teils humorvoll schmunzelnd, mitunter aber auch plakativ sarkastisch aufzeigend.

     

    Mit den Aufführungen von Teilen neuer Werke fremder Komponisten, noch bevor diese Kompositionen in Wien als Ganzes ihre Premiere erlebten, trägt er wesentlich zum guten Ruf der Reichshaupt- und Residenzstadt als musikalisches Zentrum der Donaumonarchie bei. Öfter als seine Brüder Johann und Eduard setzt er Ausschnitte aus Opern Richard Wagners oder französischer Komponisten auf die Programme seiner Konzerte. Dementsprechend finden sich stilistische Anleihen und musikalische Zitate in den eigenen Kompositionen. Seiner Neugier, der damaligen Aufführungspraxis und den Wünschen des Publikums entsprechend arrangiert Josef Strauss viele Quadrillen nach Melodien aus Bühnenwerken von Jacques Offenbach und anderen, aber auch Stücke aus nahezu allen musikalischen Gattungen.

     

    Josef Strauss’ musikalisches Vermächtnis wird vielfach, künstlerischen und wirtschaftlichen Erfolg versprechend, verwertet – seinerzeit innerhalb der eigenen Familie, von in- und ausländischen Komponisten und Arrangeuren bis in die Gegenwart. Seine Musik lebt weiter!

     

    Mit neunzehn musikwissenschaftlichen Vorträgen erzielen die „Tanz-Signale 2020“ einen Rekord. In Kooperation mit der Donau-Universität Krems wird im Herbst 2020 eine Publikation erscheinen, die alle Beiträge der diesjährigen „Tanz-Signale“ und noch mehr über Josef Strauss enthalten soll.

     

    Norbert Rubey